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Wouter Stips

' Ich bin immer darauf aus, mich se lbst zu überraschen'
- Wouter Stips (1944) -
Wir erträumen uns ein Haus voll Schönem und Besonderem. Diese Worte flossen aus der Feder von Wouter Stips. Sie beschreiben das Thema dieses Buches, das gespickt ist mit farbenfrohen Gemälden und kleinen poetisch-philosophischen Gedanken von Stips. Leolux arbeitet bereits seit vielen Jahren eng mit verschiedenen Künstlern zusammen, aber nie zuvor erhielt einer von ihnen Einfluss auf die Gestaltung des Leolux-Jahrbuches. Das Betätigungsfeld von Stips reicht jedoch weiter als nur für die Malerei, nachdem er jahrelang beinahe alle schöpferischen Bereiche erkundet hat: Er ist Fernsehmacher, Dichter, Maler, Designer. Sein Werk kommuniziert in Wort und Bild. Ein Gespräch mit einem so vielseitigen Mann über seine Arbeitsweise und „das Kind im Menschen".

„Die spontane, unkomplizierte und schöpferische Kraft, die wir als Kinder haben, verblasst mit der Zeit und das ist schade", meint Wouter Stips. „Sobald wir in die Schule gehen, wird unser Spielplatz der Kreativität immer kleiner. Wir lernen rational zu sein. Wenn Kinder etwas zeichnen, müssen sie immer gut nach dem Original schauen. Die Entwicklung der eigenen Traumwelt, der Phantasie bleibt stehen." Es ist eine phantasielose Leere, weiß Stips, und daher wehrt er sich dagegen: „Ich bin immer auf der Suche nach dem Kind in mir. Wenn ich ein lachendes Pferd zeichne, finde ich es nicht so wichtig, wie das Pferd aussieht. Es geht vor allem darum, wie es lacht. Dabei ist für mich uninteressant, ob man sehen kann, dass es sich klar um ein Pferd handelt. Wenn es einem Hund ähnelt, schreibe ich doch ganz einfach dazu, dass es ein Pferd ist!" Sein neuestes Projekt "Das Kind im Menschen" nennt er ein freundlich-aufgeschlossenes Kunst-Betrachtungs-Buch für Kinder und Erwachsene. Es enthält viele Geschichten, Gemälde und poetisch-philosophische Gedanken, inspiriert durch Gespräche, die er mit Kindern in Entwick-lungsländern führte. Vom Erlös werden in Indonesien hunderte kleiner Bibliotheken gebaut, in denen Kinder gegen geringes Entgelt Bücher ausleihen können. Und natürlich gelangt auch sein neues Buch – in der indonesischen Übersetzung – in alle kleinen Bibliotheken. Ist die Kunst von Stips denn universell? Wouter: „Ja. Es gab komische Käuze, die daran zweifelten. Zum Beweis habe ich Kinder in Indonesien mit meinen Werken und Büchern konfrontiert. Nun, sie verstanden es ganz genau, auch ohne irgendein kulturelles Vorwissen. Gute, ehrliche Kunst ist universell. Es sind die Erwachsenen, die konditioniert sind."

Aus diesem Projekt leitete Stips die Grund-idee für das Leolux-Jahrbuch ab. Stips: „Ich hatte ein kleines Gedicht: Das Kind in mir glaubt an ein Wunder / und erträumt sich eine Welt voll Schönem und Bemerkens-wertem. Das fand ich für die Schaffung einer Wohnwelt, wie es Leolux macht, ganz zutreffend." Er sieht Berührungspunkte zwischen der Herstellung von Möbeln und der Schaffung von Kunst. „Kreativität steht an der Wiege eines guten Möbelstücks. Man muss über Schönheit phantasieren und gleichzeitig fest im Leben stehen, wenn man seine Träume wahr werden lassen will. Die Menschen besitzen Phantasie, darin unterscheiden sie sich von den Tieren. Genau wie die Tiere, wollen wir überleben, und zwar möglichst angenehm. Daher möchten wir unsere Umgebung unserem individuellen Geschmack anpassen; ein schmuckes Haus mit hübschen Dingen darin. Kunst und Möbel. Es ist die Schaffung unserer eigenen Welt". Wer sich eine Zeit lang mit Stips unterhält, der merkt, dass er beinahe auf allen Gebieten Bescheid weiß. Malerei, Gedichte, Internet, Musik, Schmuck oder Skulpturen. Stips beschäftigt sich damit. Und darüber hinaus arbeitete er in der Vergangenheit noch als Macher von Fernsehprogrammen. Ist er ein "Homo Universalis" im Stile von da Vinci? „Nein, keineswegs," lacht er bei diesem Vergleich und weist ihn von der Hand.
„Da Vinci arbeitete alles bis ins Detail aus. Er war auch Erfinder und Techniker. Ich verzichte gerade darauf, mich intensiv mit der Technik zu beschäftigen. Ich wollte zum Beispiel bei Fernsehproduktionen niemals montieren können. Daher konnte ich aus meiner Unwissenheit heraus sagen: „Ich will, dass dies blau wird. Überlegt euch mal eine Lösung." Und dass ein Techniker dann mit einer Lösung kommt. So entsteht eine Zusammenarbeit, ein Mehrwert." Wie bei vielen schöpferischen Menschen läuft sein Kopf von Ideen über. Abschalten ist bei ihm nicht drin. So arbeitet er intensiv an künstlerischen Möbelentwürfen für Leolux. „Ich musste einen Drive an Dingen erledigen. Mein Terminkalender ist immer gefüllt, und sonst erteile ich mir selbst schon einmal Aufträge. Nur im letzten Sommer, im Urlaub in Indonesien mit meiner Familie, habe ich alle Schalter auf Null stellen können." Aber er kann es selbst dann noch nicht ganz lassen, wie er später beichtet und zeigt sein selbst entworfenes Armband: „Ich hatte einen Silberschmied entdeckt, und den ließ ich dieses Armband herstellen. Zum Glück konnte ich meine Frau überzeugen. Den weißen Stein, der in das Armband eingesetzt ist, habe ich selbst am Strand gefunden." Und letztendlich artet es dann doch in Arbeit aus, denn Stips hat inzwischen Pläne, wonach dieser indonesische Schmied eine komplette Serie an Schmuckentwürfen fertigen soll.

Wenn jemand so in seiner Arbeit aufgeht, kann man sich fragen, ob er niemals aufhören wird. Selbst verneint Stips dies: „Künstler ist man sein ganzes Leben lang. Es sei denn, körperlich geht es nicht mehr. Im Grunde kann man als Künstler arbeiten, bis man im Grab liegt." Fest entschlossen meint er: „Aber ich muss mich selbst immer überraschen; ich werde weiterhin niemals innerhalb festgelegter Gegebenheiten eines Konzepts arbeiten können, wie es viele Künstler tun. Wenn ich vorher weiß, was ich schaffe, wird nichts daraus. Es ist ein herrlicher Moment, wenn man völlig aus sich heraus arbeitet und denkt; ein besonderes Erlebnis. Das ist Inspiration und Eingebung."

Biographie Wouter Stips:
Nach seiner Ausbildung an der Akademie für Bildende Künste in Rotterdam beschäftigt sich Stips mit verschiedenen Formen der bildenden und angewandten Künste. Er stellt Graphiken und Gemälde aus, macht Zeichentrickfilme in Prag, fertigt Puppen in Paris, schreibt und inszeniert Theatervorstellungen, veröffentlicht Bücher und Theaterstücke. Ab 1980 verlegt er sich aufs Schreiben, Inszenieren und Entwickeln von Fernsehprogrammen, u.a. Drama- und Comedyserien. Nach fünfzehn intensiven Fernsehjahren kehrt Stips in 1995 zu seiner alten Liebe zurück, dem freien Malen. Wouter < Stips wohnt und arbeitet in Hilversum.

http://www.wouterstips.nl/

Werke von Wouter Stips sind auch über die Leolux-Design-Center erhältlich.

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